Die grundlegende Idee bei Following-Studien ist das ethnographische ‘Folgen’ eines bestimmten Produkts entlang seines gegenwärtigen Lebenswegs sowie der Verknüpfungen seiner historischen Einbettung; und dies möglichst  entlang der gesamten Warenkette und durch die Netzwerke der mit dieser verflochtenen Akteure hindurch. Dabei wird ein klarer Fokus gewählt, an dem sich die Erhebungen orientieren, unter Anwendung verschiedener Methoden der qualitativen Sozialforschung.

Durch den komplexen Lebensweg dieser Produkte hindurch lassen sich Verflechtungen verschiedenster Dimensionen (wirtschaftlich, sozial, kulturell, ökologisch) erschließen. Ziel ist, eine „Geschichte von der Warenkette“ zu rekonstruieren, „die uns unser Essen erzählen könnte, wenn es sprechen könnte“. Das Erkunden der hinter den Produkten ‘an sich’ bzw. unter der Oberfläche der uns KonsumentInnen erreichenden Informationen liegenden (wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen) Zusammenhänge hat den Anspruch, die in der modernisierten und globalisierten Landwirtschaft zunehmende Trennung von Bereichen der Produktion, des Handels und des Konsums abzuschwächen und neue Verbindungen herzustellen (‘re-connecting’); ohne dabei die Komplexität der Zusammenhänge zu vernachlässigen und ohne in einem belehrenden Monolog die ‘wahre’ Geschichte hinter den konsumierten Waren zu erzählen.

Vielmehr geht es Following darum, die Akteure verschiedener Standorte ‘zu Wort kommen zu lassen’ und dadurch einen Einblick in das Leben und den Alltag unterschiedlichster Orte und Menschen zu ermöglichen, die durch diese Produkte bzw. die Organisation deren Lebenswege auf spezifische Weisen miteinander verbunden sind.

Neuere Ansätze legen den Fokus weniger auf die Produkte als solche, sondern untersuchen unterschiedliche Konzepte und Programme (z.B. Bio + Fair), mit denen versucht wird, die betroffenen Warenketten nachhaltiger zu gestalten. Durch ein ‘Folgen’ dieser Programme (v.a. Zertifizierungen) kann herausgearbeitet werden, wie deren Festlegung und praktische Umsetzung zwischen unterschiedlichen Akteuren ausgehandelt und gestaltet wird. Dies gewährt einen tiefgründigen Einblick in die praktischen Effekte solcher Programme und erlaubt Rückschlüsse bezüglich deren Chancen, Grenzen sowie denkbaren Verbesserungen oder Alternativen.

 

I’ve been imagining the small talk at conference bars.

‘What do you do?’

‘I’m a culturaleconomic geographer. What do you do?’

‘I follow chickens. . .’

But this isn’t as unlikely as it sounds.

Zitate aus:

COOK, Ian (et al.) (2006), „Geographies of food: following“, in: Progress in Human Geography 30(5), S. 655-666